Meldungen aus dem Kreisverband

Ökumenische Friedensandacht im Paderborner Dom anlässlich der Beendigung des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

Friedensbaum wurde gesegnet

Paderborn. Pfarrer und stellv. Dechant Georg Kersting begrüßte zu Beginn der Andacht die zahlreichen Besucher, die genau 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in den Paderborner Dom gekommen waren um innezuhalten und für den Frieden zu beten. Er begrüßte dabei ganz besonders die britischen Teilnehmer der Andacht, die beiden britischen Militärkapläne Padre Peter King (20. Armoured Infantry Brigade) und Padre Jacob Caldwell (The Queen's Dragon Guards) sowie Superintendent Volker Neuhoff, die zusammen mit ihm die liturgische Gestaltung übernommen hatten.

Landrat Manfred Müller, der Vorsitzende des Volksbundes im Kreisverband Paderborn, erinnerte in seinem Beitrag daran, dass der Erste Weltkrieg am 1. August 1914 begann und am 11. November 1918 endete. Er verwies dabei auf die Analyse des australischen Historikers Christopher Clark, der beschreibt, dass die Regierenden damals wie "Schlafwandler" in den großen Weltenbrand hinein gegangen seien. “Anfängliche nationale Kriegsbegeisterung wandelte sich in Entsetzen und Grauen. 17 Millionen Menschen verloren im Ersten Weltkrieg, dem ersten großen Krieg, in dem das Töten maschinell erfolgte, ihr Leben - Soldaten und auch Zivilisten. Ungezählt die vielen verletzten und traumatisierten Menschen. Trotz des großen Leids, folgte dem Ersten Weltkrieg nur knapp 20 Jahre später ein weiterer Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg, der mit seinen sich jeder Vorstellungskraft entziehenden menschlichen Verlusten und den ungezählten Opfern des Nationalsozialismus, nicht nur unser Land, nicht nur Europa, sondern die ganze Welt bis heute geprägt hat. Wir leben seit fast 75 Jahren in Frieden in Europa. Es ist unsere Pflicht, alles zu tun, diesen Frieden zu bewahren. Der Volksbund arbeitet seit fast 100 Jahren gegen das Vergessen. Das Motto der Vereinsarbeit "Versöhnung über den Gräbern. Arbeit für den Frieden" gilt mehr und mehr. Dabei ist vor allem die Jugendarbeit ein ganz wichtiger Beitrag - mit Workcamps auf Kriegsgräberstätten im In- und Ausland sowie Projekten der Friedensarbeit in den Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes. Das vereinigte Europa ist ein Friedenswerk - wir sollten alles tun dieses zu erhalten. Dies wird bei uns im Kreis Paderborn auch deutlich bei der langjährigen Partnerschaft mit den britischen Streitkräften und deren Familienangehörigen, die wir inzwischen aus voller Überzeugung als unsere „Freunde“ bezeichnen.“ Manfred Müller schloss dann seine Rede mit dem Gedicht "Let it be peace" der Schülerin Lena Reermann ab, welches im "First World War Projekt" an der Gesamtschule Paderborn-Elsen unter der Leitung der Englisch-Lehrerin Christine Bentler entstanden ist.

Die Lesung, das Ökumenische Friedensgebet 2018 und das Friedensgebet der Vereinten Nationen setzten neben der Rede von Landrat Müller weitere Impulse in der Friedensandacht.

Superintendent Volker Neuhoff stellte in seinem geistlichen Beitrag „Erinnerung-Vergeben-Versöhnung-Gerechtigkeit“ den Frieden in den Vordergrund. Er rief eindringlich dazu auf, sich in allen Bereichen - auch schon innerhalb unserer regionalen und überschaubaren Gesellschaft - für eine friedvolle Welt zu engagieren. Für jeden Menschen, besonders aber für die, die sich zum christlichen Glauben bekennen, bedeutet "Frieden" auch immer verantwortungsbewusst zu handeln.

Nach dem Anzünden einer Friedenskerze mit dem Symbol "Arbeit für den Frieden - Work for Peace" wurde ein Friedensbaum gesegnet, der für eine Aktion des Volksbundes im Kreisverband Paderborn steht. Der Volksbund wird Baumsetzlinge für Friedensbäume an die Partnerstädte von Städten und Gemeinden aus dem Kreis Paderborn verschicken wie z.B. nach Le Mans, Bolton und Przemysl (Partnerstädte von Paderborn), nach Verriere le Buisson (Partnerstadt von Hövelhof) und nach Mayet (Partnerstadt von Lichtenau).

An der Friedensandacht wirkte in tragender Rolle auch die britische Militärkapelle "Band of the Royal Logistic Corps" unter der Leitung von Warrant Officier 2, Jonathan Spencer mit.

Es waren eindrucksvolle musikalische Beiträge, deren wohltemperiertes Klangvolumen den gut gefüllten Hohen Dom zu Paderborn zum Klingen brachten. Mit dem Trompetenbeitrag "The last Post" zum Abschluss der Andacht hinterließ die eindrucksvolle Veranstaltung bei allen Beteiligten und Anwesenden eine nachdenkliche Stimmung - ein Gedenken an die vielen Kriegstoten des vor genau 100 Jahren beendeten Ersten Weltkrieges.

An der Andacht nahmen neben hochrangigen Vertretern der Britischen Streitkräfte und der Deutschen Bundeswehr auch der Bürgermeister der Stadt Paderborn, Michael Dreier gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister, Bernhard Schaefer sowie auch der stellvertretende Landrat, Hans-Bernd Janzen teil.

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